Italien, Krimis

Claudio Paglieri. Das letzte Abendmahl für Commissario Luciani – 5 (2015)

Commissario Marco Luciani erhält vom Polizeipräsidenten den Auftrag, den Beschützer für Restaurantkritiker Dario Dolci zu spielen – Arbeit in Sachen Publicity statt Mordermittlung. Dann wird doch noch eine Leiche gefunden, eine Leiche, die zweimal erschossen wurde und Öl ausschwitzt …

Marco Luciani, Commissario der Mordkommission in Genua, 197 cm lang und Asket, der mit Essen wirklich nicht viel anfangen kann, muss ausgerechnet den höchst eigenwilligen Restaurantkritiker Dario Dolci bewachen, der sich wegen zahlreicher anonymer Drohungen an die Polizei gewandt hat. Wegen der Prominenz Dolcis muss diesen Schutz der Leiter der Mordkommission, Luciani, übernehmen, der Polizeipräsident erhofft sich gute Publicity für die Polizei. Dass Luciani Dolci dabei in diverse Restaurants begleiten muss, sorgt bei dem Commissario für nachhaltiges Magengrummeln.

Der Tote

Doch auch eine Leiche wird noch gefunden, die tatsächlich zweimal erschossen wurde und die Öl ausschwitzt. Trotzdem tappen die Ermittler zunächst im Dunkeln, bis sie eine Vermisstenmeldung nach Imperia, in eine dortige Ölmühle führt. Der Familienvater Fouad war dort in Ölpanschereien verwickelt, arbeitete vielleicht zusätzlich auf eigene Rechnung … Seine Witwe Nadia, eigentlich Ginevra Ferrari und aufgewachsen als reiches Töchterlein, scheint über den Tod aber nicht besonders betrübt. (Der Leser weiß im Gegensatz zu den Ermittlern längst, warum.) Zu Lucianis Bedauern muss er diese Ermittlung im Wesentlichen seinem Vize Calabrò überlassen.

Privatleben

Neben den nervtötenden Herausforderungen von Bürokratie und PR-Arbeit, tut sich auch im Privatleben Lucianis so einiges. Sein kleiner Sohn Alessandro tritt wieder in sein Leben, über Dolci lernt er seine neue Freundin kennen und seine Mutter will die Villa in Camogli verkaufen – alles zusammen motiviert Luciani zu einem Neuanfang… Ist damit das Ende der Serie erreicht?

Gut erzählter Krimi mit einigen Eigenheiten, mit mehreren Erzählsträngen, die erst nach einiger Zeit zusammenlaufen, mit zwei Fällen, die eigentlich gar nichts miteinander zu tun haben, mit originellen Figuren und einem interessanten Bild der italienischen Gesellschaft, die scheinbar immer noch ein paar der alten Klischees zu bieten hat.

Claudio Paglieri. Das letzte Abendmahl für Commissario Luciani. Berlin: Aufbau, 2015. | Original: L’ultima cena del commissario Luciani. 2014. Übersetzung Christian Försch (Commissario Luciani 5)

Bisher in dieser Serie erschienen

Paglieri, Claudio. 2005. Kein Espresso für Commissario Luciani (ital. Original: Domenica nera), auf dt. 2007. (Commissario Luciani 1)
Paglieri, Claudio. 2007. Kein Schlaf für Commissario Luciani (ital. Original: Il vicolo delle cause perse), auf dt. 2008. (Commissario Luciani 2)
Paglieri, Claudio. 2010. Keine Pizza für Commissario Luciani (ital. La cacciatrice di teste), auf dt. 2010. (Commissario Luciani 3)
Paglieri, Claudio. 2012. Kein Grappa für Commissario Luciani. Berlin: Aufbau, 2013.
| Original: L’enigma di Leonardo. Mailand, 2012. (Commissario Luciani 4)
Paglieri, Claudio. 2014. Das letzte Abendmahl für Commissario Luciani. Berlin: Aufbau, 2015.
| Original: L’ultima cena del commissario Luciani. Mailand, 2014. (Commissario Luciani 5)

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