Finnland, Krimi

Leena Lehtolainen. Das Ende des Spiels – Maria Kallio 15 (2017)

Eine Frau als Sexualstraftäterin, das ist mal etwas anderes. Und in diesem Fall der finnischen Kommissarin Maria Kallio ist sie gleichzeitig das Opfer.

Nach einer Zeit der Arbeitslosigkeit ist Kommissarin Maria Kallio mittlerweile die Leiterin einer kleinen Einheit, die sich besonders um Fälle mit Kinder und Jugendlichen kümmert. Als die Leiche einer Frau auf einem Verkehrsübungsplatz gefunden wird, ist sie also erst einmal nicht zuständig. Doch bei der Toten handelt es sich um eine Sexualstraftäterin, die gerade erst aus der Haft entlassen wurde. Tuula Lahti-Haapala hatte als Dentalhygienikerin Jungen belästigt. Spuren gibt es am Tatort so gut wie keine, der Junge, der sie gefunden hat, ist für die Polizei ein unbeschriebenes Blatt.

Eines der Opfer als Täter?

Also schaut sich das kleine Team zunächst unter den ehemaligen Opfern Tuulas um. Einer der Jungen hat sich das Leben genommen, ein anderer ist mit seiner Familie nach Spanien gezogen. Das engt den Kreis der Verdächtigen bereits stark ein. Dann stellt sich allerdings heraus, dass der Finder der Toten eigentlich mit einem Freund auf dem Platz verabredet gewesen war, der ebenfalls zu Tuulas Opfern gehörte. War er vielleicht früher da und hat sich gerächt?

Ein prominenter Verdächtiger

Maria Kallio schaut sich auch die Habseligkeiten der Toten an und findet dabei einige Zeitungsausschnitte über den bekannten Sänger Tarmo Mättö. Der füllt gerade die Schlagzeilen der Klatschblätter mit seiner Heirat einer zwanzig Jahre jüngeren Sexbombe. War Tuula einfach ein Fan des Sängers? Oder gibt es doch einen anderen Zusammenhang? Als Tarmos Ex-Frau Hannele tot aufgefunden wird, ist Maria Kallio sicher, dass der Sänger tiefer in dem Fall mit drin hängt, als es den Anschein hat.

Spannend, lebensnah, authentisch, gleichzeitig unaufgeregt und nüchtern in der Sprache. Wie jeder Band ein interessanter Blick nach Finnland via Krimi.

Leena Lehtolainen. Das Ende des Spiels. Hamburg, Kindler 2018. | Viattomuuden loppu. Helsinki, Tammi 2017. Übersetzung Gabriele Schrey-Vasara (Maria Kallio 15)

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