Deutschland, Krimi

Nicola Förg. Zornige Söhne – Irmi Mangold 15 (2024)

Die Kommissarinnen Irmi Mangold und Kathi Reindl müssen den Mord an einem jungen Mann aufklären und scheinen dabei zwischen die Fronten der Generationen zu geraten.

Erschossen sitzt der junge Mann im Garten einer Villa, die gerade zu Ferienwohnungen umgebaut werden soll. Joshua hatte für die Bauherrin, seine Tante, den Bau und besonders die Materialien bewacht, denn gerade geht eine Bande um, die sich schon an mehreren Baustellen bedient hat. Ist ein Diebstahl schiefgegangen? Oder ist Joshua selbst in die Diebstahlserie verwickelt? Oder haben die Dorfbewohner dieses Mal massiver gegen die umstrittene Baumaßnahme protestiert?

Die Eltern

Joshuas Mutter will den Tod ihres Sohnes zunächst nicht wahrhaben, doch dann bietet sie selbst Motive an. Als Lehrerin hatte sie häufig Drohungen erhalten, zum Beispiel von Eltern, deren Kindern sie keine Gymnasialempfehlung schreiben wollte. Besonders ein Vater hat sich da hervorgetan … Aber auch Joshuas Vater gerät unter Verdacht. Auf Youtube hat er sich mit seinem Sohn einen heftigen verbalen Schlagabtausch geliefert, Gen Z gegen Baby Boomer. Dabei haben sich die beiden nichts geschenkt und auch unter den Kommentaren finden sich Drohungen gegen beide.

Vaters Buch

Joshuas Vater polarisiert auch als Buchautor. Wie der Zufall so spielt hat auch Irmi gerade in die Lektüre ihrer Mitbewohnerin Luise gelinst: Boomer oder etwas Besseres als den Tod findest du überall ist eine harte Abrechnung mit (verpassten) gesellschaftlichen Entwicklungen, verpackt in eine Dystopie. Etliche Szenen aus dem Buch hat Autorin Förg für uns Leserinnen auch gleich geschrieben – ein paar zu viel, nach meiner Ansicht. Ein bisschen wirkt es leider so, als wäre ihr nicht genug echte Handlung für diesen Krimi eingefallen.

Spannung und Relevanz

Dabei bietet das Familiendrama, das sich in Joshuas Familie zwölf Jahre zuvor ereignet hat, genug Konfliktpotenzial oder mögliche Mordmotive …

Genau gezeichnete Charaktere, die den Leserinnen der Serie längst zu guten Bekannten geworden sind, gesellschaftliche Phänomene, die lieber totgeschwiegen werden, viel Lokalkolorit, das alles mit Spannung und Wortwitz erzählt – also ein echter „Nicola-Förg“, auch wenn dieses Mal kein ökologisches Thema im Zentrum steht. Für die umfangreichen „Zitate“ aus dem Roman gibt es allerdings einen kleinen Punkteabzug. 

Nicola Förg. Zornige Söhne. München, Pendo 2024. (Irmi Mangold 15)

Vielen Dank für das Rezensionsexemplar via NetGalley.de!

Und was meinst du dazu?