Deutschland, Krimis

Eva Almstädt. Düsterbruch – Pia Korittki 7 (2011)

Hochschwanger kommt Pia Korittki zum ersten Mal in das Dorf Düsterbruch: ein Selbstmord, für den es keinen Grund zu geben scheint. Monate später allerdings wird in der Nähe des Dorfes ein ausgebranntes Auto mit einer Leiche gefunden und kurz darauf ist auch die Mutter des Opfers tot. Sie wohnte in Düsterbruch.

Bauer Jörg Seesen ist gerade mit seiner Braut Oxana Markowa in der Kirche, um die anstehende Trauung zu besprechen, als seine Mutter Hedwig verstört und mit Blut bespritzt hereinkommt – am nächsten Morgen wird sie mit aufgeschnittenen Pulsadern gefunden. Das Blut war Hühnerblut, Hedwig hatte zuvor Mona Falke besucht, die gerade beim Schlachten war. Schon dort hatte sie sich seltsam verhalten – doch wo der Grund für den Selbstmord liegt, können die Befragungen nicht aufdecken. Und Pia muss ihr ungutes Gefühl ignorieren, denn ihr Kind kommt zur Welt und sie pausiert ein halbes Jahr.

Der erste Mord

André Falke war gerade erst aus dem Gefängnis entlassen worden, als er sich mit seinem neuen Auto und seiner heimlichen Freundin Tizia von Alsen auf den Weg zu einem berüchtigten Parkplatz macht, um jemanden zu treffen. Tizia versteckt sich und muss mitansehen, wie das Auto ihres Freundes in Flammen aufgeht. Verstört und verängstigt schleicht sie sich davon.

Alte und neue Wunden

Kurz darauf ist Andrés Mutter Mona nicht mehr zu erreichen, ein paar Tage später findet Pia sie erschossen in ihrem Haus. Während Andrés Tod aufgrund seines Vorlebens eine Abrechnung im Drogenmilieu sein könnte, bleibt rätselhaft, wieso auch seine Mutter ermordet wurde. Und Pia wird den Verdacht nicht los, dass auch der Selbstmord Hedwig Seesens irgendwie mit den Ereignissen zusammenhängt. Hedwigs Tochter Carola ist Tizia von Alsens Stiefmutter und die Familie von Alsen hat vor Jahrzehnten schon einmal ein Verbrechen erschüttert …

Russenmafia

In die Ermittlungen mischt sich auch das Wiesbadener BKA in Form des Beamten Lessing ein, der überzeugt ist, dass die Morde im Zusammenhang mit der Russenmafia stehen. Der Bruder von Oxana Markowa ist nämlich ein Oligarch, der auch mal über Leichen geht. Geht es in Düsterbruch also gar nicht um düstere Dorfgeschichten, sondern internationale Kriminalität?

Privates

Das erste Zusammentreffen Pias mit Lessing gestaltet sich dramatisch: Unverhofft setzen die Wehen ein. Später ist ihr das höchst peinlich, sie möchte einfach nur als fähige Kollegin gesehen werden. Das macht auch die ersten Wochen nach der Elternzeit für Pia zur Herausforderung: Sie kann nicht mehr stets einsatzbereit sein, ihr entgehen Befragungen, sie hat Angst, zurückgesetzt zu werden. Trotzdem kann sie natürlich auch diesen Fall aufklären – und ganz nebenbei noch interessante Männerbekanntschaften machen.

Routiniert

In Band 7 haben Pia Korittki und Autorin Eva Almstädt natürlich schon Routine. Doch der Fall ist wirklich spannend aufgebaut, mit diversen (Zeit-)Ebenen, auch wenn nicht jede der Figuren oder jedes Motiv gleich glaubwürdig scheint. Am Ende passen alle Teile des Puzzles irgendwie zusammen und Pia kann sich wieder mehr auf ihr Privatleben konzentrieren. Das wird während der Ermittlungen eher am Rande erwähnt und nimmt keinen zu großen Raum ein. Dadurch bleibt alles zwar oberflächlich, lenkt aber auch nicht vom eigentlichen Geschehen ab. Und das hat es in sich, so ruhig und friedlich, wie man immer meint, scheint es in den Dörfern rund um Lübeck nicht zuzugehen, wenn man einmal hinter die Fassade schaut.

Eva Almstädt. Düsterbruch. Köln: Bastei-Lübbe, 2011. (Pia Korittki 7)

Mehr zur Autorin und zur Serie auf der Autorenseite Eva Almstädt.

2 Gedanken zu „Eva Almstädt. Düsterbruch – Pia Korittki 7 (2011)“

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