Deutschland, Krimis

Katharina Peters. Todesstrand – Emma Klar 1 (2016)

Nur knapp kann Polizistin Josefine Rupert einem brutalen Zuhältertypen entkommen. Zwei Jahre später will sie, mit einer neuen Identität ausgestattet, ihren damaligen Peiniger endlich zur Strecke bringen. Als Emma Klar übernimmt sie eine Detektei in Wismar, wo sie schon bald auf seine Spuren stößt.

Als neue Inhaberin der Detektei führt Emma gleich ihr erster Fall auf die richtige Fährte: Der Vater der 16-jährigen Marie Zilbert bittet sie, den Selbstmord seiner Tochter zu untersuchen. Zu viele Fragen seien nach den Ermittlungen der Polizei offen geblieben, meint er. Für Emma sieht es zunächst danach aus, als habe der Vater die Jugendliche einfach nicht gut genug gekannt und wolle die Verzweiflung der Tochter nicht wahrhaben. Doch nach einigen Befragungen kommen auch ihr Zweifel, nach heftigem Liebeskummer schien Marie in den letzten Monaten wieder fröhlicher gewesen zu sein.

Mitschüler

Vor allem die Tatsache, dass der Kontakt zu Maries Schwarm, dem Mitschüler Luis Renger, doch enger gewesen zu sein scheint, als allgemein bekannt war, gibt Emma zu denken. Als Paar waren die beiden nicht aufgetreten. Und welchen Nebenjob im Hotel hatte der 18-Jährige Marie vermittelt? Die Mitarbeiter des Hauses sagten damals bei der Polizei aus, das Mädchen nicht zu kennen.

Nachtleben

Auch ausgefallene Partys in Wismar, Rostock und anderswo scheinen eine Rolle zu spielen, ein Lehrer von Marie und Luis hat auch irgendwie mit allem zu tun und weitere Mädchen verschwinden oder wurden tot aufgefunden … Und immer wieder taucht Teith am Rande der Ermittlungen auf, Emma ist sicher, dass er mitverantwortlich ist für einen äußerst brutalen Mädchenhandel.

Rostock

Während Emma Teith auf die Spur kommt, hat sie immerhin Unterstützung: Von einer Detektei in Rostock aus begleitet Johanna Krass, Sonderermittlerin des BKA, die Ermittlungen. Gemeinsam mit den beiden dortigen Detektiven, die mit einigen wenigen anderen in den kompletten Fall und Emmas wahre Identität eingeweiht sind, untersucht sie Aspekte des komplexen Falles und nutzt dabei ihren Sonderstatus mit seinen weitreichenden Einflussmöglichkeiten genüsslich aus.

Der Krimi

Spannend und ganz nett zu lesen – aber hatte ich nicht einen ganz ähnlichen Fall schon bei Katharina Peters gelesen? Brutale Mädchenhändler, Sex-„spiele“ mit Todesfolgen, sicher ist das grausam und rechtfertigt einiges an außergewöhnlichem Einsatz. Aber will man das wirklich immer wieder lesen? Und letzten Endes erinnerte (mich jedenfalls) Emma Klar doch sehr an Romy Beccare aus den Rügen-Krimis der Autorin, ein anderer Hintergrund, aber charakterliche Unterschiede waren kaum auszumachen.

Alles in allem ein spannender und zügig zu lesender Krimi, dem es aber nach meinem Geschmack an Originalität mangelt. Er bleibt trotz Detektiv-Spiel zu sehr im üblichen Raster der Autorin – das aber ja ganz gut funktioniert.

Katharina Peters. Todesstrand. Ein Ostsee-Krimi. Berlin: Aufbau, 2016. (Emma Klar 1)

Mehr zur Autorin und ihren diversen Krimi-Reihen auf der Autorenseite Katharina Peters.

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