Deutschland, Krimis

Anette Hinrichs. Die fünfte Jahreszeit – Malin Brodersen 1 (2012)

Der erste Fall für die junge Hamburger Kommissarin Malin Brodersen hat es gleich in sich: mehrere Tote, grausam ermordet und zur Schau gestellt. Das Team, zu dem Malin gerade erst gestoßen ist, hat einige Rätsel zu lösen. Ihr selber hilft ihre Leidenschaft für Krimis ein wenig und noch mehr ihre Beharrlichkeit.

Als Neue ist Malin Brodersen gerade zur Hamburger Mordkommission gestoßen und wird von allen noch misstrauisch beäugt. Der Chef scheint streng zu sein und dass sie den Platz eines ermordeten Kollegen einnimmt, wird ihr von manchem übelgenommen. Doch davon lässt sich die selbstbewusste junge Frau bestimmt nicht einschüchtern. Ihr erster Toter ist in einem Tor aufgehängt, brutal gequält und ermordet. Das übliche Prozedere wird in Gang gesetzt, aber Hinweise finden sich so gut wie keine.

Ein Serienkiller in Hamburg?

Kurze Zeit später wird eine Frau ermordet in einer verlassenen Fabrik gefunden. Dass die beiden Fälle zusammenhängen, will erst niemand so recht glauben. Malin macht sich daran, nach einem Zusammenhang zwischen den beiden Toten zu suchen – und die Art der Todesfälle weckt in ihr eine vage Erinnerung. Mithilfe ihres Großvaters Erich, der ebenso eifriger Krimileser ist wie sie, sucht sie nach dem Buch, in dem von einem solchen Tod schon mal die Rede war.

Der gemeinsame Nenner

Die Ermittler landen bei der Krimiautorin Charlotte Leonhard. Die hat die Morde in ihren bisherigen Krimis, „Jahreszeiten-Krimis“, genauso beschrieben, in den Bänden eins und zwei. Und sie hat auch die Mordopfer gekannt, wenn auch nicht besonders gut. Doch wer mordet hier nach den Vorlagen der Autorin und warum? Der eifrige Agent? Der Verleger? Die Lektorin? Eine Rivalin? Ein Neider?

Eigenwillig

Malin Brodersen folgt bei den Ermittlungen sehr oft einer vagen Idee, und oft genug alleine. Damit eckt sie natürlich gewaltig an – und bringt sich letzten Endes auch in große Gefahr. Denn es gibt weitere Tote. Und die Autorin schreibt gerade an Band fünf … Kann Brodersen einen fünften Mord verhindern?

Beachtliche Krimi-Premiere

Anette Hinrichs hat mit diesem Krimi ein reifes Erstlingswerk veröffentlicht, das aufs Allerbeste unterhält und rätseln lässt. Natürlich ist das Thema – Morden nach literarischer Vorlage – nicht neu, aber Hinrichs hat es hervorragend variiert und interessante Figuren geschaffen. Und sehr spannend erzählt, ohne dass sie unglaubwürdige Zufälle bemühen muss oder man als Leserin um fünf Ecken denken muss, um folgen zu können. Zwar reicht die Autorin hier noch nicht ganz an ihre spätere und hervorragende Nordlicht-Serie heran, aber auch diese kleine Serie hat ihren Reiz und unterhält aufs Spannendste!

Anette Hinrichs. Die fünfte Jahreszeit. Leer: Leda Verlag, 2012. (Malin Brodersen 1)

Mehr zur Autorin und ihren Krimis auf der Autor:innen-Seite Anette Hinrichs.

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