Frankreich, Krimis

Benjamin Cors. Leuchtfeuer – Nicolas Guerlain 4 (2018)

Personenschützer Nicolas Guerlain beschützt jetzt nicht nur den französischen Staatspräsidenten, sondern gleich ein ganzes Dorf: Nachdem ein Dorfbewohner von Vieux-Port tot in einem nahen Hafen angespült wird, lebt das Dorf in Angst vor einem Fluch, den der Teenager Mathieu vor zwanzig Jahren ausgesprochen hat. Für die Dorfbewohner war er schon damals der Leibhaftige …

Nicolas Guerlain hat gerade eigentlich andere Sorgen. Seine endlich wieder aufgetauchte Freundin Julie steht wegen Mordes vor Gericht: Bei einer Razzia soll sie absichtlich eine junge Drogenabhängige erschossen haben, wie ihr damaliger Kollege ausgesagt hat. Guerlain weiß, dass dies eine Lüge ist, er ist sich sicher, dass sein Vater, Ex-Chef des Geheimdienstes, seine Finger im Spiel hat. Doch wie soll er das beweisen? Ein Entlastungszeuge wäre einfacher – doch der fliegt nach einer aufregenden Jagd auf seiner Droge davon.

Freunde auf der Jagd

Unterstützung bei dieser Jagd erhält Guerlain von Roussel, dem Chef der Polizeistation von Deauville in der Normandie, wo Guerlain immer mal wieder aufschlägt. Inzwischen sind beide tatsächlich so etwas wie Freunde. Und während Guerlain das Auto in halsbrecherischem Tempo durch den Pariser Verkehr steuert, erhält Roussel den Anruf, dass im Hafen von Deauville eine nackte männliche Leiche angespült wurde. Sein Team findet allerdings auch ohne ihn heraus, dass der Tote aus Vieux-Port, einem Dörfchen an der Seine, stammt. Dort besaß der Tote eine Tochter und eine kleine Pension.

Der Fluch

Die Bewohner des Dorfs sind in Aufruhr: Der Fluss scheint sich die Dorfbewohner zu holen, so wie es Mathieu, der Teufel, der das ganze Dorf terrorisierte, vor zwanzig Jahren vorhergesagt hat. Jetzt holt der Fluch sie ein, sind sich alle sicher. Der Bürgermeister fährt nach Paris und möchte Nicolas Guerlain als Schutz für die Dorfbewohner engagieren, doch der hat gerade anderes im Kopf. Als er allerdings am nächsten Tag beruflich in Le Havre ist, erfährt er vom Tod des Bürgermeisters und fühlt sich schuldig. Bis zum nächsten Verhandlungstag von Julies Prozess ist noch ein wenig Zeit, also fährt Guerlain nach Vieux-Port, wo neben Roussel und seinem üblichen Team auch Claire Cantalle wieder aufgetaucht ist. Die ehemalige Praktikantin ist jetzt Polizeischülerin, gerade allerdings noch krankgeschrieben.

Die Vergangenheit

Mit der Unterstützung von Julien von der Wasserschutzpolizei versucht das Team jetzt, Mathieu zu finden, denn an einen Fluch glauben die Polizisten natürlich nicht. Dabei graben sie auch in der Vergangenheit, denn genauso wenig glauben sie daran, dass Mathieu ohne Grund als Teenager plötzlich zum enfant terrible des Dorfes wurde. Seine Eltern sind schließlich mit ihm weggezogen, nach England auf die Isle of Wight – und wie der Leser bereits aus der ersten Szene weiß, sind Mathieus Eltern gerade gestorben und sein Vater hat eine Taube mit einer Botschaft losgeschickt.

Meister der unerwarteten Wendungen

Benjamin Cors hat auch mit Leuchtfeuer wieder absolut spannende Krimi-Unterhaltung mit vielen unerwarteten Wendungen geschrieben. Immer, wenn man denkt, jetzt ist alles klar und der Täter überführt – dann ist doch alles wieder ganz anders. Und Cors kann das auch völlig plausibel an Fakten festmachen, er erlaubt Guerlain einige Tricks und Kniffe, auch was sein Privatleben angeht. Und eine Fährte in zukünftige Abenteuer ist auch bereits gelegt – der nächste Band, Sturmwand, ist ja gerade erschienen.

Benjamin Cors. Leuchtfeuer. München: dtv, 2018. (Nicolas Guerlain 4)

Mehr zum Autor und zu seiner Krimiserie auf der Autorenseite Benjamin Cors.

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