Frankreich, Krimis

Christine Cazon. Vollmond über der Côte d’Azur – Kommissar Duval 7 (2020)

Kurz vor Ostern stirbt eine junge Frau in einem Bistro, sie lebte in einer psychiatrischen Klinik, konnte sich nach einem Unfall nicht an ihre Vergangenheit erinnern. Jetzt allerdings wurde sie vergiftet. Hatte sie ihre Erinnerung wiedergefunden? Oder hatte jemand sie gefunden?

Kommissar Duval würde sich eigentlich lieber in Ruhe auf die Ostertage vorbereiten. Erstmals soll die ganze Familie zusammenkommen, seine hochschwangere Freundin Annie würde seine Ex-Frau treffen, wohl ist ihm bei diesen Plänen nicht. Allerdings kann er nicht darüber nachgrübeln, denn in einem Bistro stirbt eine hübsche junge Frau. Der Wirt hat Rettungsdienst und Polizei alarmiert, der Begleiter der Frau, mit dem sie kurz vorher in das Bistro gekommen war, ist inzwischen verschwunden.

Eva-Léna

Es stellt sich schnell heraus, dass die junge Frau, von ihrem Begleiter „Léna“ genannt, in einer nahe gelegenen psychiatrischen Klinik lebte. Seit einem Unfall vor eineinhalb Jahren konnte sie sich nicht an ihr früheres Leben erinnern, nicht mal an ihren Namen. In der Klinik hatte man sie Eva getauft. Die junge Frau war von Luciano Doria vor der Ile St. Marguerite aus dem Meer gefischt worden und später vom Krankenhaus in Cannes an die Klinik überwiesen worden. Es konnte nie geklärt werden, wie es zu dem Unglück gekommen war.

Grégory

Mittels Phantombild machen Duval und sein Team den Begleiter der jungen Frau ausfindig: Es handelt sich um den Künstler Grégory Bernard, der wegen Totschlags im Gefängnis gesessen hat und erst vor Kurzem entlassen worden war. Und danach hatte er sich offensichtlich unter einem falschen Namen in die Klinik einweisen lassen, in der auch Léna war, wie Duval schon vorher erfahren hatte. Kannte Bernard sie von früher und wusste, wer sie wirklich war? Duval ahnt einen Zusammenhang mit dem Todesfall, der Bernard ins Gefängnis gebracht hat.

Spannender Krimi-Plot

So weit, so spannend. Die Krimihandlung entfaltet sich in diesem Band wieder sehr gut, im Wesentlichen sehr gut konstruiert, spannend, interessante Charaktere. Leider gerät der dramatische Höhepunkt ein wenig hastig und beinahe oberflächlich, mehr Details bei der Überführung des Täters hätten vielleicht das anschließende lange Kapitel mit Duvals Erklärungen verkürzen können. Als Fremdkörper innerhalb des Krimis habe ich in diesem Band das Privatleben Duvals empfunden, seitenlange belanglose Gespräche übers Essen, Familienausflüge, Szenen, in denen Duval gar nicht wirklich dabei zu sein schien. Diese Abschnitte wirken wie eingeschoben, aus einer anderen Erzählwelt – so kam es mir jedenfalls vor. Sollten solche Szenen nicht eigentlich der Hauptfigur mehr Tiefe geben? Dem beruflichen eine weitere Dimension hinzufügen? Das scheint mir hier nicht besonders gut gelungen. Schade, denn der Krimi-Plot ist ansonsten sehr gut und die Ermittlungen entfalten sich ziemlich spannend.

Christine Cazon. Vollmond über der Côte d’Azur. Köln: KiWi, 2020. (Kommissar Duval 7)

Vielen Dank für das Rezensionsexemplar via NetGalleyDE!

Mehr zur Serie und zur Autorin auf der Autorenseite Christine Cazon.

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