Frankreich, Krimis

Cay Rademacher. Stille Nacht in der Provence (2020)

Weihnachten in der Provence – das sollen für Nicola und Andreas aus Hamburg ein paar ruhige Tage werden. Eine Leiche war nicht eingeplant …

Kollege Martin suchte jemanden, der über Weihnachten in sein Ferienhaus in der Provence fährt, um dort nach dem Rechten zu sehen. Andreas, Gymnasiallehrer in der Nähe eines Burn-outs, ergriff die Gelegenheit, und nach endlosen Stunden Fahrt mit ihrem Elektro-Tesla landen er und seine Frau Nicola im provenzalischen Dorf Miramas-le-Vieux. Das Dorf scheint ziemlich ausgestorben, viele Häuser sind verfallen, aber es gibt eine malerische Kulisse ab für den Weihnachtsurlaub – besonders als es dann anfängt zu schneien.

Sorgen reisen mit

Die Sorgen von Andreas und Nicola sind natürlich doch mitgereist, in der Ehe steht es nicht zum Besten, gerade hat Nicola auch noch ihren Job als Journalistin verloren, die Gebühren für Tochter Chiaras Elite-Uni stehen an, dabei sehnt sich Lehrer Andreas nach einer Auszeit … Doch er ist entschlossen, den Urlaub zu genießen.

Eine Leiche im Hof

Der erste Morgen im Ferienhaus verläuft allerdings ganz anders als geplant. Während Nicola früh zum Einkaufen fährt – bevor man im Dorf eingeschneit ist -, geht Andreas einem lauten Geräusch nach, das er nachts im Halbschlaf gehört hat. Im Hof findet er einen Einbruch, scheinbar liegt ein Keller unter dem Gelände. Und in diesem Keller liegt ein Sarg mit einer Leiche.

Halluzinationen?

Panisch rennt Andreas durch das Dorf, das immer noch wie ausgestorben wirkt. Es dauert eine Weile, bis er auf Milène Tanguy trifft, die das Ehepaar bei einem ersten Spaziergang kurz nach der Ankunft kennengelernt hatten. An eine Leiche will Milène allerdings nicht glauben und als beide endlich wieder am Ferienhaus ankommen, sind Sarg und Leiche tatsächlich verschwunden. Kann es sein, dass er sich das tatsächlich nur eingebildet hat? Dass er im Halbschlaf fantasiert hat? So richtig kann Andreas es nicht glauben und macht sich daran, der Sache nachzugehen.

Unterhaltsame Ermittlungen

Während das Dorf also ganz untypisch für die Provence einschneit, spielt das Ehepaar Detektiv. Zunächst wissen sie nicht genau, wem sie trauen können, viele Menschen gibt es im Dorf ja sowieso nicht. Also machen sie sich alleine auf die abenteuerliche Suche, finden einen Mörder und ganz nebenbei ihre Liebe wieder.

Ein schönes kleines Kabinettstück mit viel Weihnachtsstimmung plus Krimispannung. Für mich hätte das Buch gerne länger sein dürfen!

Cay Rademacher. Stille Nacht in der Provence. Köln: Dumont, 2020.

Vielen Dank für das Rezensionsexemplar!

Mehr zum Autor und seinen Krimis auf der Autorenseite Cay Rademacher.

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