England, Krimis

Deborah Crombie. Leave The Grave Green – Kincaid/James 3 (1995)

Vor 20 Jahren ertrank der zehnjährige Matthew Asherton, Sohn von Dame Caroline und Sir Gerald, Berühmtheiten der Londoner Opernwelt. Jetzt wird ihr Schwiegersohn, Connor Swann, ebenfalls ertrunken aufgefunden. Zufall? Die Familie bittet um die Unterstützung von Scotland Yard und Superintendent Duncan Kincaid erhält den Fall.

Kincaid lässt sich von Haus und Status der Familie nur wenig beeindrucken, zur Tochter und Witwe Julia allerdings fühlt er sich sofort hingezogen. Die Malerin lebte vvon ihrem Mann getrennt und versucht gar nicht erst, Trauer zu heucheln. Doch ganz kann Kincaid sie leider nicht aus dem Kreis der Verdächtigen ausschließen, zumal dieser anfangs sehr klein ist: jeder scheint den Toten gemocht zu haben.

Der Fall

Kincaid ermittelt wieder mit Unterstützung von Sergeant Gemma James im Wohnort von Swann, aber auch in London. Gemma James entdeckt bei ihren Befragungen am Arbeitsplatz von Sir Gerald ihre Liebe zur Oper. Und so wie Kincaid Julia für unschuldig halten möchte, will James die große Sängerin Dame Caroline nicht vom Sockel stoßen. So sind beide ganz froh, als sie auf Swanns Spielschulden und den kleinen Gauner Kenneth Hicks stoßen. Der hält auch tatsächlich den Schlüssel zur Lösung des Falles in der Hand, aber ganz anders, als es sich das Ermittler-Duo vorgestellt hatte.

Die Menschen

Duncan Kincaid und Gemma James erhalten in diesem dritten Band der Serie noch einmal mehr Persönlichkeit, sie zeigen Gefühle, werden noch menschlicher. Auch die bisher angedeutete Annäherung der beiden scheint in Schwung zu kommen, als Kincaid Gemma in ihrer neuen Wohnung besucht. Danach spukt ihm allerdings Julia im Kopf herum, eine Ex-Frau namens Vic taucht in seinen Gedanken auf und Gemma fragt sich enttäuscht, warum die unbeschwerte Vertrautheit des gemeinsam verbrachten Abends wieder weg ist. Nach einer Nacht mit Julia kann Kincaid sogar mit seiner Ehe abschließen (nach zehn Jahren … hm). Und ihm fällt auf, dass “die Richtige” längst an seiner Seite ist. Und so gibt es fast eine Art “Liebesroman-Happy-End” – aber eben nur fast.

Fazit

Auch wenn in diesem dritten Band der Serie im Privatleben der beiden Ermittler Entscheidendes passiert, nimmt es im Lauf des Krimis doch keinen zu großen Raum ein. Wer nur diesen Band, Und ruhe in Frieden, liest, findet einen guten Krimi der ruhigeren Art mit illustrierenden Beschreibungen und gut gezeichneten Charakteren, einem interessanten Fall und viel englischem Lokalkolorit. Leser, die der Serie folgen, freuen sich darüber hinaus über die Annäherung der beiden Hauptfiguren – und wollen bei dem Schluss natürlich wissen, wie es weitergeht in der Serie.

Deborah Crombie. Leave The Grave Green. New Jersey: Prentice Hall & IBD, 1995. | Und ruhe in Frieden. München: Goldmann, 1996. (Kincaid/James 3)

Mehr zur Autorin und ihrer Serie auf der Autorenseite Deborah Crombie.

2 Gedanken zu „Deborah Crombie. Leave The Grave Green – Kincaid/James 3 (1995)“

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