Cozy, Deutschland, Krimis

Felicitas Gruber. Blaues Blut – Kalte Sofie 3 (2015)

München stöhnt unter einer Hitzewelle und Rechtsmedizinerin Sofie würde lieber ins Schwimmbad, als sich mit einer Mordserie auseinanderzusetzen … zumal auch noch ihr Verehrer Charly Loessl unter Verdacht steht.

Eine Adelige wird tot in ihrer Badewanne aufgefunden, natürlich ruft Kommissar Joe Lederer seine alte und neue Liebe dazu. Als Rechtsmedizinerin stellt Dr. Sofie Rosenhuth schnell fest, dass die Frau erstochen wurde. Aber ihr fällt auch eine Krawatte im Schlafzimmer auf, die verblüffend derjenigen ähnelt, die Polizeireporter Charly Loessl ihr für das Skelett in ihrem Institutsbüro geschenkt hat. Die Überraschungen gehen aber noch weiter, denn es stellt sich heraus, dass die Tote Charlys Ex-Frau war und dass Charly eigentlich auch ein „von“ ist.

Adelsfamilie unter Verdacht

Als dann auch noch ein Glas mit Charlys Fingerabdrücken am Tatort auftaucht, steht er unter Verdacht – aber er flüchtet vor der Polizei. Und steht bei Sofie vor der Tür, die ihn nicht wegschicken kann, weil sie sicher ist, dass Charly keinesfalls einen Mord begehen würde. Doch dass sie den Flüchtigen in ihrer Wohnung versteckt, darf Joe natürlich auf gar keinen Fall spitzkriegen. Gemeinsam sprechen Joe und Sofie dafür mit Charlys Vater und dessen zweiter, viel jüngerer Frau sowie der Tante Amalie. Besonders Letztere nimmt kein Blatt vor den Mund und berichtet auch, dass Charly viele Affären hatte, sogar mit seiner Stiefmutter. Was Sofie zwar nicht glauben kann, aber langsam sieht es nicht mehr so gut aus für ihn …

Plus private Verwicklungen

Bevor der Fall aufgeklärt werden kann, gibt es noch einen zweiten Mord, besonders brutal sogar, und einige beinahe vergiftete Tiere. Neben den beiden Katzen der Tante muss auch Mops Murmel, den Sofie im vorherigen Band adoptiert hatte, wegen einer Schokoladenvergiftung behandelt werden. Schuld daran ist ausgerechnet Dr. Erik Sander, der für kurze Zeit ans Münchner Institut gekommen ist und mit dem Sofie in Berlin eine kurze Beziehung hatte. Er will Sofie zurück, während ihr Chefin Elke Falk ihre Fühler nach dem blonden Schönling ausstreckt.

Viel Humor und Lokalkolorit

Schon im letzten Band hat die Serie einen weiteren Sympathieträger dazubekommen: nämlich Mops Murmel. Ansonsten ist alles wie gehabt, ein Fall zum Rätseln, sympathische und sehr menschliche Figuren – wobei die Fieslinge nicht ganz so menschlich gezeichnet sind, sondern beruhigend klischeehaft bleiben -, viel Humor und Münchner Lokalkolorit. Nette Feierabendlektüre also, wenn man sich nicht daran stört, dass Sofie gerne Dialekt spricht.

Felicitas Gruber. Blaues Blut. München: Diana, 2015. (Kalte Sofie 3)

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