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Gisa Pauly. Die Tote am Watt – Mamma Carlotta 1 (2007)

Zum ersten Mal macht sich Mamma Carlotta auf den Weg von Umbrien auf die Nordseeinsel Sylt, um ihren Schwiegersohn und die Enkel zu besuchen. Ihre Tochter ist vor einigen Jahren tödlich verunglückt, aber erst jetzt ist Mamma Carlotta von der Pflege ihres Mannes befreit und kann die neue Heimat der Tochter kennenlernen. Und sich in Abenteuer stürzen, dann als Frau und Italienerin hat sie einfach ein Gespür für menschliche Abgründe, das ihrem Schwiegersohn, dem Kommissar fehlt …

Gerade als Kommissar Erik Wolf seine Schwiegermutter vom Flughafen abholt, bekommt er einen Anruf: ein neuer Fall wartet in Kampen auf ihn. Dort wurde eine reiche Witwe in ihrem Haus ermordet aufgefunden. Ein Raubmord scheidet aus, denn das Haus wurde nicht durchsucht, alles ist penibel aufgeräumt, auf den ersten Blick scheint nichts zu fehlen. Schnell stellt sich jedoch heraus, dass die Witwe ein sehr unangenehmer Mensch war, der andere gerne schikanierte, allen voran ihre Putzfrau, die die Leiche gefunden hatte, und ihre eigene Schwester, der es materiell weit weniger gut geht. Außerdem fehlen 40.000 Euro, die die Witwe am Freitag von der Bank geholt hatte.

Der böse Wolf

Während also Kommissar Wolf und sein Kollege Sören zunächst Putzfrau und Schwester als Verdächtige im Visier haben, liefert die Obduktion ein interessantes Ergebnis: Die Leiche hatte Sperma im Mund. Der Mörder muss also ein Mann sein! Da fällt der Verdacht ganz schnell auf Wolf Andresen, ein Fischhändler, der der Witwe kurz vor ihrem Tod noch eine Lieferung gebracht hatte. Und der ebenfalls dringend Geld braucht, damit seine kleine Tochter zu einer rettenden Operation nach Boston kann. Mamma Carlotta ist sicher, dass der Fischhändler der Mörder ist, ein unangenehmer Mensch, vor dem seine kleine Tochter schreckliche Angst hat.

Mamma Carlotta ermittelt

Doch die DNA-Analyse zeigt, dass das Sperma nicht von Andresen stammt, also kann er nicht der Mörder sein, stellen die Kommissare fest. Mamma Carlotta allerdings stellt lieber eigene Nachforschungen an und begibt sich unter einem Vorwand in die Höhle des Löwen. Als Anna Rocchi lässt sie sich von Andresen anheuern, um das Angebot um italienische Antipasti zu erweitern. Die kulinarische Seite funktioniert hervorragend, aber das Ermitteln ist doch gar nicht so einfach wie gedacht …

Humorvolle Krimiunterhaltung

Bereits in diesem ersten Band der Serie liefert Autorin Gisa Pauly alles, was den besonderen Charme dieser Serie ausmacht: der etwas langsame Kommissar im Gegensatz zu seiner Schwiegermutter, der quirligen Italienerin, die zuerst redet oder handelt und meistens danach erst nachdenkt, die ihren Schwiegersohn unbedingt unterstützen will, natürlich gegen seinen Willen, und die dabei in viele humorvolle Situationen gerät, aber auch in einige gefährliche. Und das alles vor der Kulisse der Nordsee und den Eigenarten der Inselwelt. Humorvolle Krimiunterhaltung also, für die Gisa Pauly in diesem ersten Band die Grundlage gelegt hat. Von Anfang an gelungen.

Gisa Pauly. Die Tote am Watt. Ein Sylt-Krimi. München: Piper, 2007. (Mamma Carlotta 1)

Mehr zur Autorin und ihrer Krimi-Serie auf der Autor:innen-Seite Gisa Pauly.

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