Europa, Krimis

Jan Lucas. Cyrus Doyle und die Kunst des Todes – 3 (2018)

An einem Sonntagmorgen wird die Künstlerin Elizabeth Somers tot am Strand gefunden – nackt und erwürgt mit ihrem eigenen BH. Ein Mord aus Eifersucht oder die Tat eines Verrückten? Denn Reginald Carney, der die Tote bereits früher gefunden hatte, flüchtete danach in eine versteckte Hütte im Wald und schießt sogar auf die Polizei …

Den Sonntag hatten sich Chief Inspector Cyrus Doyle und sein Team von der Guernsey Police eigentlich anders vorgestellt, als sie sich schon am frühen Morgen wegen eines Leichenfundes in der Rocquaine Bay treffen. Peter Laforet, der Besitzer von Guernsey Gold & Silver, ganz in der Nähe, hat die Tote, Lizzie Somers, gemeldet. Er kannte die junge Frau, weil sie gerade in seinen Räumen ausstellte – mehr sei da nicht gewesen.

Der Ehemann

Lizzies Ehemann, David Somers, und seine Schwester Victoria betreiben das in der Nähe liegende Shipwreck Museum. Natürlich gehört der Ehemann sofort zu den Hauptverdächtigen, aber er hat ein Alibi, ein Videospiel mit einer Gegnerin in Hongkong.

Der Verrückte

Von der Toten führen Spuren in den Wald. Vielleicht Spuren des Täters? Constable Allisette folgt ihnen und landet im Wald bei einer Hütte, die zur Festung umgebaut scheint. Der Bewohner schießt auf Allisette, verfehlt sie jedoch. Reginald Carney, wie der Mann sich nett, ist starker Alkoholiker und von einem Geheimnis umweht – neben der Alkoholfahne. Aber ist er auch ein Mörder? Welches Motiv könnte er haben?

Die Ermittlungen

Im Laufe ihrer Ermittlungen erfahren Doyle und sein Team viel über das Beziehungsgeflecht auf der doch nicht so großen Insel Guerney, über außereheliche Beziehungen, Eifersucht, Neid und Angst vor einem geschäftlichen Ruin. Aber auch die Mitglieder des Teams zeigen ganz neue Seiten (und gewinnen damit an Charakter): Constable Jasmyn Allisette verheimlicht ihrem Chef etwas Wichtiges, Sergeant Calvin Baker wächst über sich hinaus und Inspector Patricia Holburn sieht ihren Chef mit ganz neuen (bzw. alten) Augen.

Die Insel

Der Fall ist eher einfach gestrickt, irgendwelche Kunstgriffe schienen wohl angesichts der menschlichen Abgründe gar nicht nötig. Ein wenig Dramatik bringt Carneys Geschichte, der Doyle auf einem gefährlichen Ausflug in den Süden Englands nachgeht. Immerhin ist der Fall logisch aufgebaut und bringt die Stärken dieses Krimis voll zur Geltung: nämlich die Natur und besonderen Eigenheiten der wunderschönen Insel Guernsey. Mit dem Cup and Saucer (eigentlich Ford Grey) und dem Shipwreck Museum wird eine reale Sehenswürdigkeit zum Schauplatz, die Menschen sind sicher nur erfunden. Aber gierige Geschäftsleute, reiche Intrigantinnen und nur scheinbare Gutmenschen gibt es bestimmt in der Realität auch. Nur haben diese noch nicht gemordet – vermutlich.

Solide Krimikost mit nettem Personal und vor traumhafter Kulisse.

Jan Lucas. Cyrus Doyle und die Kunst des Todes. Berlin: Aufbau, 2018. (Cyrus Doyle 3)

Vielen Dank für das Rezensionsexemplar!

Und was meinst du dazu?