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Literatur-Nobelpreis für Frauen

Seit 1901 wird von der Schwedischen Akademie jedes Jahr ein Nobelpreis für Literatur vergeben. Nur 1914, 1918, 1935 und von 1940 bis 1943 gab es keine Preise. Natürlich ist die Auswahl der Preisträger nicht objektiv, der Blick geht immer von Schweden aus, aber trotzdem gilt der Nobelpreis als die höchste literarische Ehre, die ein Schriftsteller oder eine Schriftstellerin erwerben kann.

Und die natürlich überwiegend Männer erhalten haben. Vor allem die berüchtigten weißen alten Männer. Von den 117 ausgezeichneten Autor/innen zwischen 1901 und 2020 waren 101 Männer und nur 16 Frauen. Wenigstens sind in den letzten Jahren mehr Frauen in der Liste – und im Literaturbetrieb – zu sehen.

Mich interessieren die wenigen Frauen viel mehr: Wer hat wann und warum diese hohe Auszeichnung erhalten? Bedeutet das auch, dass diese Autorinnen wirklich absolut herausragend waren, so viel besser als alle männlichen Kandidaten, dass sich die Preisvergabe an sie nicht vermeiden ließ? Lohnt sich deshalb auch automatisch der Blick in die Werke dieser Autorinnen? Auf jeden Fall macht der Preis neugierig und ist ein guter Grund, sich in der nächsten Zeit ein wenig näher mit diesen Autorinnen zu befassen.

  • 1909 – Selma Lagerlöf (Schweden, 1858-1940)
  • 1926 – Grazia Deledda (Italien, 1871–1936)
  • 1928 – Sigrid Undset (Norwegen, 1882–1949)
  • 1938 – Pearl S. Buck (USA, 1892–1973)
  • 1945 – Gabriela Mistral (Chile, 1889–1957)
  • 1966 – Nelly Sachs (Dt.-Schweden, 1891–1970)
  • 1991 – Nadine Gordimer (Südafrika, 1923-2014)
  • 1993 – Toni Morrison (USA, 1931–2019)
  • 1996 – Wisława Szymborska (Polen, 1923–2012)
  • 2004 – Elfriede Jelinek (Österreich, * 1946)
  • 2007 – Doris Lessing (England, 1919–2013)
  • 2009 – Herta Müller (Deutschland, geb. in Rumänien * 1953)
  • 2013 – Alice Munro (Kanada, * 1931)
  • 2015 – Swetlana Alexijewitsch (Weißrussland, * 1948)
  • 2018 – Olga Tokarczuk (Polen, * 1962)
  • 2020 – Louise Glück (USA, * 1943)

Und was meinst du dazu?