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Margaret Frazer. Die Novizin – Schwester Frevisse 1 (1993)

Novizin Thomasine wird bald ihr Gelübde ablegen, da erscheint ihre gefürchtete Tante, Lady Ermentrude, im Kloster. Die Lady ist nicht nur reich und tritt mit einem bunten Gefolge auf, sondern sie vertritt auch höchst energisch ihre Meinung: Sie will Thomasine aus dem Kloster befreien und verheiraten. Als Lady Ermentrude kurz darauf im Kloster stirbt, offensichtlich vergiftet, gerät Thomasine unter Verdacht. Erst ihre clevere Mit-Schwester Frevisse kann den wahren Täter überführen.

England im 15. Jahrhundert, in die stille Welt des Klosters bricht der lärmende Tross von Lady Ermentrude ein, mitsamt einem Affen. Da reichen selbst das neue und das alte Gästehaus zusammen kaum aus und Schwester Frevisse bekommt mit den Gästen allerhand zu tun. Doch kaum ist Lady Ermentrude angekommen und hat sich bei Priorin Edith eingefunden, wo sich auch gerade Thomas Chaucer, Sohn des bekannten Schriftstellers und Onkel von Schwester Frevisse, aufhält, da bricht sie auch schon wieder auf. Ihr Ziel ist das Haus von Thomasines Schwester, Lady Isobel, und deren Mann.

Tod einer Lady

Als Lady Ermentrude am nächsten Tag von dort zurückkommt, scheinbar in einem tollkühnen Ritt und völlig betrunken, tobt sie vor Wut und droht, Thomasine mit Gewalt aus dem Kloster zu holen. Doch dazu ist sie nicht in der Lage, die Trunkenheit macht sie rasend und ihre Zofen sowie die Schwestern Frevisse, die kräuterkundige Schwester Claire und Thomasine haben alle Mühe, die Lady zu bändigen. Nach einem tiefen Schlaf scheint es ihr besser zu gehen, doch dann stirbt sie. Woran ist unklar, und so muss der zuständige Coroner kommen und Ermittlungen anstellen. Allerdings kommt er schnell zu dem Schluss, dass Thomasine die Schuldige ist, sie habe die Tante vergiftet. Als auch noch der ebenso herrschsüchtige Sohn der Toten auftaucht, beschließen die Männer sogar, Thomasine aus der Kirche zu holen.

Kloster-Detektivin Frevisse

Schwester Frevisse ist genauso wie Priorin Edith von der Unschuld ihrer Novizin überzeugt, also beauftragt die Priorin Frevisse mit Ermittlungen. Gar nicht so einfach ohne Autopsie und Spurensicherung … Die Schwester macht das mit viel Cleverness wett und macht so diesen historischen Krimi zu einer ganz netten Unterhaltung. Als Leserin kann man sehr gut eintauchen in diese uns so fremde Welt – die so erzählt, gar nicht mal so fremd wirkt. Die Charaktere bleiben leider recht flach, da wäre mehr drin gewesen, denke ich. Wie historisch gesichert die Fakten sind, habe ich natürlich nicht überprüft, sondern mich einfach unterhalten lassen. Mehr war auch nicht zu erwarten.

Margaret Frazer. Die Novizin. Mord im Jahr des Herrn 1431. Berlin: Aufbau Verlag, 1993. Aus dem Amerikanischen von Anke Grube. (Neuausgabe als E-Book 2018)

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