Deutschland, Krimis

Oliver Bottini. Jäger in der Nacht – Louise Boní 4 (2015)

Die Freiburger Studentin Nadine Rohmüller wird vermisst, der junge Eddie wird tot aufgefunden. Und dann trifft es auch noch einen braven Familienvater. Louise Boní ist sicher, dass die drei Fälle irgendwie zusammenhängen. Bloß wie?

Nadines Vater nutzt seine Beziehungen, um die Suche nach seiner Tochter voranzutreiben. Als Eddie Holzner vermisst gemeldet wird, interessiert das nicht viele. Die Mutter musste heimlich zur Polizei gehen, sie gerät beinahe in Panik, als Louise Boní mit ein paar Kollegen vor der Tür steht. Der Vater wird seinem Ruf gerecht und schlägt gleich mal einen Polizisten, dass Frau und Sohn unter ihm leiden, ist offensichtlich. Aber Eddie wurde ertränkt, kann das auch das Werk des gewalttätigen Vaters sein?

Die Verletzte in der Scheune

Wenigstens gibt es zu Eddie eine Zeugenaussage von seinem Kumpel Dennis. Die beiden hatten in einer abgelegenen Scheune eine schwer misshandelte Frau gefunden, aber nicht die Polizei gerufen. Als Eddie später wieder zur Scheune wollte, ist er verschwunden. Und die Frau war auch weg. Dass es sich um Nadine handelt, liegt nahe, aber wo ist sie? Hat der Täter sie dort abgelegt oder wieder weggeholt? Ist sie tot? Konnte sie fliehen?

Zwei Väter

Louise Boní geht wieder einmal ungewöhnliche Wege und hält sich nur selten an die Regeln. Es ist sogar für die Leser nicht immer nachvollziehbar, wem sie ihre Sympathie oder ihr Mitgefühl schenkt. Geschweige denn, warum. Der reiche Vater Rohmüller, der gewalttätige Vater Holzner, zwei Verzweifelte, jeder auf seine Weise. Mit Holzner schaut sie in der Untersuchungshaft Fußball, für Rohmüller steigt sie in eine Villa ein, weil sie einen Verdacht hat und einfach nicht warten kann.

Muss man mögen

Sie ist es natürlich auch, die als Erste den schrecklichen Verdacht hat, dass ein Polizist in den Fall verstrickt sein könnte. Nestbeschmutzung? Oder doch realistische Deduktion? Dass Louise Boní auch ihre Beziehung auf höchst ungewöhnliche Weise führt, wundert da schon niemanden mehr … Spannend? Ja, auf jeden Fall. Aber man muss die Figur der Ermittlerin schon mögen, die nie etwas so macht, wie es „normalerweise“ gemacht würde, nie wie die anderen ist und die immer wieder gegen sich selber ankämpfen muss.

Oliver Bottini. Jäger in der Nacht. Köln: Dumont, 2015. (Louise Boní 4)

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