Frankreich, Krimis

Sandrine Albert. Mord au Vin – Claire Molinet 1 (2021)

Die Pestizid-Belastung konventionell angebauter Weine in der Region Bordeaux, das ist das Thema dieses Krimis. Natürlich mit viel Meer und Urlaubsfeeling, aber auch mit Spannung und netten Charakteren.

Claire Molinet ist Privatdetektivin in Bordeaux. Nebenbei und als Tarnung betreibt sie einen Foodblog, denn als Tochter einer Düsseldorfer Sterneköchin und eines französischen Restaurantketten-Besitzers wurde ihr das gute Essen quasi in die Wiege gelegt. Seit zwei Jahren wohnt sie im edlen Strandhaus ihres Vaters in Pilat Plage. Ihr Gärtner und Gelegenheitsgeliebter Philippe leistet ihr Gesellschaft. Und in diesem ersten Band auch mal tatkräftige Unterstützung gegen Bösewichte.

Die Mumie in der Düne

Der Krimi beginnt ganz klassisch mit der Entdeckung einer Leiche: Claire und Philippe finden sie eingebuddelt am Rand der Düne in Pilat. Mit präziser Beobachtungsgabe hat Claire schnell herausgefunden, dass es sich um eine wohlhabende und nicht mehr ganz taufrische Frau handelt. Commandant Raoul Chénier von der Police nationale in Bordeaux übernimmt den Fall und findet heraus, dass es sich um die Besitzerin eines Weingutes handelt, die vor drei Jahren spurlos verschwand. Sie führte zu der Zeit den Familienbesitz ihres verstorbenen Mannes weiter und hatte – gegen viele Widerstände – begonnen, den Betrieb auf die Produktion von Bio-Weinen umzustellen.

Die vermisste Studentin

Claire bekommt parallel den Auftrag von einem Bekannten ihres Vaters, seine Tochter Délia zu suchen, die in Bordeaux studiert und verschwunden ist. Ein kleiner illegaler Ausflug in Délias Wohnung ergibt, dass sie in einer Bar gearbeitet hat, wo Claire weitere Hinweise findet. Barfrau Éponine hilft ihr und auch Philippe ist zur Stelle, als es kritisch wird. Als Claire herausfindet, dass sich auch Délia mit Pestiziden im Weinanbau beschäftigt hat, wittert sie einen Zusammenhang mit der Leiche von der Düne. Und da sich Claire und Raoul von Anfang an zueinander hingezogen fühlen, tauschen sie sich darüber auch gerne aus.

Unterhaltsames Plädoyer für Bio

Der Krimi ist ganz unterhaltsam, es wird häufig gut gegessen und natürlich werden alle Weine beim Vornamen genannt. Die Figuren sind sehr sympathisch und menschlich, die Ermittlungen wirken recht realistisch und die Spannung kommt ohne überkandidelte Action aus – jedenfalls fast. Philippes Kampfkünste wirken schon ein wenig James-Bond-mäßig, aber das verzeiht man ihm gerne. Vor allem aber möchte man als Leserin zu gerne mal bei Claire zu Gaste sein und von der Treppe zum Strand die Füße im Meer baumeln lassen … Größtes Plus ist für mich aber das Plädoyer für Bio-Weine, dem ich gerne recht viele Leser und Leserinnen wünsche!

Sandrine Albert ist ein Pseudonym der deutschen Autorin Sandra Åslund.

Sandrine Albert. Mord au Vin. Ein kulinarischer Bordeaux-Krimi. Berlin: Ullstein, 2021. (Claire Molinet 1)

Mehr zur Autorin und ihren Krimis auf der Autorinnen-Seite Sandra Åslund.

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