Deutschland, Krimis

Nicola Förg. Hohe Wogen – Irmi Mangold 13 (2022)

Hohe Wogen schlägt ein Leichenfund auf dem Starnberger See: Eine Frau wird auf ihrem SUP gefunden, erstochen mit einem alten Fischfang-Fünfzack und dekoriert mit einem Fischernetz. Gefunden wird sie von einem Fischer – doch wenn so viel in eine bestimmte Richtung weist, werden die Kommissarinnen Irmi Mangold und Kathi Reindl misstrauisch.

Die Tote („Sissy“) arbeitete als Locationscout für Filme, war aber bei den Kolleginnen und Kollegen nicht sonderlich beliebt. Viele beschreiben sie als übergriffig und hektisch, besessen von ihrem Aussehen und einem schlanken Körper. Aber niemand von den vielen Menschen, mit denen Irmi Mangold und Kathi Reindl nach und nach sprechen, zeigt so viel Wut, dass ein Mord denkbar wäre.

Ein zweites Opfer

Bei einem privaten Termin von Irmi und „ihrem Hasen“ erfahren sie, dass am Mordabend auch ein rumänischer Lkw-Fahrer mit einem Fünfzack verletzt wurde, in der Nähe von der Stelle, von der aus das Board mit der Toten auf den See geschoben wurde. Doch nach einer Gemeinsamkeit von Sissy und dem Fahrer suchen die Kommissarinnen eine Weile. Sie finden sie bei Norbert Notz, der auf seinem Hof allerlei Tinkturen und Tropfen herstellt, die der Gesundheit und der Schlankheit förderlich sein sollen. Sissy hatte einige davon in ihrem Haus, der Fahrer in der Kabine seines Lkw.

Verdächtige

Doch Notz streitet alles ab, den Mord natürlich sowieso. Irmi und Kathi müssen ganz schön bohren und sich immer wieder informieren, um häppchenweise Licht in die Zusammenhänge zwischen diesen drei Menschen zu bringen. Doch dann ist da auch noch ein junger Mann, der immer wieder vor Sissys Haus randaliert. Wer ist das eigentlich? Der Mörder kann er zwar nicht sein, aber die Geschichte dahinter interessiert die Kommissarinnen natürlich schon.

Überzeugend authentisch

Auch dieser 13. Band aus der Serie mit Irmi Mangold konnte mich wieder voll und ganz überzeugen: Die Ermittlungen kommen ohne Effekthascherei aus, sondern wirken sehr realistisch. Die Protagonisten sind echte Sympathieträger und mit „dem Hasen“ auch ein wenig kurios und überaus intelligent und gebildet. Er steuert immer das Wissen bei, das nicht nur seine Lebensgefährtin Irmi weiterbringt, sondern auch uns Leser. Dazu kommen sehr authentische und oft auch humorvolle Dialoge.

Intelligent und spannend

Was Nicola Förgs Krimis aber vor allem von der Flut der Krimi-Veröffentlichungen unterscheidet, ist ihr Engagement für die Natur, für die Berge. Städter, die in Massen Richtung Berge drängen und für die die Natur nur ein weiteres Konsumgut ist. Rücksichtnahme Fehlanzeige. Und alle Corona-Beschränkungen scheinen den Egoismus noch gehörig angefeuert zu haben. Beobachtet haben wir das in unserem Umfeld ja alle, aber Nicola Förg hat es in wieder mal ausgezeichnet in einen spannenden und intelligenten Krimi gepackt. Bitte unbedingt lesen und daraus lernen!

Nicola Förg. Hohe Wogen. München: Piper, 2020. (Irmi Mangold 13)

Mehr Informationen zur Autorin und zu ihren Krimis auf der Autor:innen-Seite Nicola Förg.

Vielen Dank für das Rezensionsexemplar via NetGalleyDE!

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