Eiskaltes Gift
Island, Krimis

Sólveig Pálsdóttir. Eiskaltes Gift (2014)

Lárus Þórarinsson, umjubelter isländischer Schauspieler, stirbt bei den Dreharbeiten zu einem neuen Film: In der letzten Szene fällt er auf einmal um. Die Polizei nimmt Ermittlungen auf, doch es dauert, bis überhaupt feststeht, dass es sich um einen Mord handelt. Kommissar Guðgeir und sein kleines Team bekommen es mit den Defiziten der isländischen Polizei zu tun und mit einem schwierigen Fall.

Der Krimi beginnt mit der jungen Requisiteurin Alda, die den Tod aus nächster Nähe miterlebt. Sie scheint es bisher nicht leicht gehabt zu haben, doch jetzt kümmert sie sich am Set liebevoll um jedes Detail. So auch um das ganz besondere Kaffeeservice, das ihr eine Frau speziell für diese Dreharbeiten geliehen hat. Dazu gehört auch eine kunstvoll bestickte Tischdecke mit einem eingestickten Datum.

Polizeiarbeit mit Hindernissen

Der Tod des isländischen Publikumslieblings setzt die Polizei unter Druck. Kommissar Guðgeir und seine kleine Truppe kämpfen gegen ihre beschränkten Mittel, kleine Räume, Untersuchungen müssen im Ausland gemacht werden etc. Sein Kollege Andrés verliebt sich in Alda, obwohl er weiß, dass das höchst unprofessionell ist, kann er sich nicht dagegen wehren.

Die dunkle Seite

Bei den Ermittlungen stellt sich recht schnell heraus, dass der Publikumsliebling auch eine sehr dunkle Seite hatte. Und als eine weitere Leiche gefunden wird – Erna, die dem Filmteam das Service geliehen hatte -, kann das Team um Guðgeir langsam Verbindungen herstellen …

Wo war das Lektorat?

Der Plot dieses Krimis hat es in sich und bietet eigentlich einen guten Stoff für einen richtig spannenden Krimi. Den hat die Autorin vermutlich auch geschrieben – aber leider ist die Übersetzung hier eine Katastrophe und hat beim Lesen fürchterlich geholpert. Auch wenn man berücksichtigt, dass der isländische Alltag und die Kultur für uns fremd sind und die Sprache diese Fremdheit ruhig ein wenig transportieren kann, hätte das Lektorat nicht jede wörtliche Übersetzung durchgehen lassen sollen. Das macht diesen Krimi bei allen guten Ansätzen im Original auf Deutsch leider total kaputt.

Immerhin ein sehr gutes Beispiel, wie ein Lektorat dem Buch hätte helfen können. Sehr schade.

Eiskaltes Gift

Sólveig Pálsdóttir. Eiskaltes Gift. Berlin: Aufbau Verlag, 2014. | Original: Leikarinn. Reykjavík, 2012. Übersetzung Gisa Marehn.

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