Krimis, Luxemburg

Tom Hillenbrand. Tödliche Oliven – Xavier Kieffer 4 (2014)

Mit seinem alten Schulfreund Alessandro Colao, einem Weinhändler, plant Xavier Kieffer den jährlichen Trip in die Toskana zum Wein- und Olivenöleinkauf – doch als es losgehen soll, ist Alessandro verschwunden. Wegen irgendeiner dringenden Sache sei er schon früher gefahren, berichtet seine Frau, und seitdem sei er nicht mehr zu erreichen. Kieffer befürchtet das Schlimmste und macht sich auf die Suche.

Colao, der neben seinem Weinhandel auch eine Ölmühle in der Toskana betreibt, hat sich scheinbar auf krumme Olivenöl-Geschäfte eingelassen. Als Kieffer mitten in der Nacht in der Ölmühle ankommt, erhält er bald Besuch: ein paar Männer pumpen Olivenöl aus einem Tank. Olivenöl, das um diese Jahreszeit gar nicht da sein dürfte. Und dass einer der Männer bewaffnet ist, flößt Kieffer natürlich auch kein Vertrauen ein.

Motiv Olivenöl

Nur mit Mühe und unbekannter Hilfe kann er aus seinem ungewöhnlichen Versteck wieder entkommen, hat aber unerwartet eine Probe des (gestohlenen?) Öls zur Hand. Zusammen mit einer Analyse des Öls, die Alessandro versteckt hatte, macht Kieffer sich auf die abenteuerliche Suche nach den Zusammenhängen und nach seinem alten Schulfreund.

Vielfliegermeilen sammeln

Dabei reist er kreuz und quer durch Italien, kommt der Mafia in die Quere und sichert sich die persönliche Feindschaft eines ihrer Killer, trifft einen wunderbar kauzigen Ölivenöl-Experten und bringt Licht in die vielfältigen Machenschaften, die nicht immer ganz legal dafür sorgen, dass der europäische Markt mit mehr Olivenöl „extra vergine“ versorgt werden kann, als überhaupt produziert wird. Dass wieder einmal alle Fäden beim schweizer Lebensmittel-Großkonzern „Huetli“ zusammenlaufen, scheint fantasielos, ist vielleicht aber auch nur nahe an den Realitäten des Lebensmittelmarktes.

Unterhaltung und Kritik

Nach einem Ausflug in die Welt des Computerhandels im vorherigen Band, kehrt dieser zurück in die Welt der kulinarischen Genüsse. Hillenbrand erlaubt dem Leser hier einen Einblick in die Praktiken der Lebensmittelfälschung, höchst unterhaltsam verpackt in eine spannende Krimihandlung. Auch wenn Kieffer in diesem Band recht wenig als Koch, aber dafür recht häufig als todesmutiger Draufgänger auftritt, kann ich persönlich den Krimi nur empfehlen. Ein kritischerer Blick auf unsere Lebensmittel und die Werbeversprechen wäre ein wünschenswerter Nebeneffekt der Lektüre.

Tom Hillenbrand. Tödliche Oliven. Ein kulinarischer Krimi. Köln: Kiepenheuer & Witsch, 2014. (Xavier Kieffer 4)

Mehr zur Autor und zur Serie auf der Autorenseite Tom Hillenbrand.

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