Krimis, Luxemburg

Tom Hillenbrand. Letzte Ernte – Xavier Kieffer 3 (2013)

Rohstoffhandel, Hedgefonds, Hochfrequenzhandel und ein totes russisches Computer-Genie – Geht es um Erpressung? Datendiebstahl? Für Xavier Kieffer alles böhmische Dörfer, aber er hat die passenden Kontakte, um Erklärungen zu erhalten, die sich nach und nach zu einem interessanten Fall zusammensetzen …

Auf der Luxemburger Schueberfouer – dem Äquivalent zum Münchner Oktoberfest – bietet Xavier Kieffer in diesem Jahr drei Wochen lang Reibekuchen an. Natürlich nur die besten, auch wenn die Kartoffeln gerade jetzt noch teurer geworden sind. Aber der Koch des „Deux Églises“ stellt eben seine Ansprüche an die Qualität seines ansonsten einfachen, regionalen Essens. Als Xavier gemeinsam mit Freundin Valérie den Abend auf dem Fest genießt, torkelt ein scheinbar betrunkener Mann herein, drückt Valérie ein paar Schlüssel und eine Magnetkarte in die Hand, bevor er wieder verschwindet. Zwei Männer sind dicht hinter ihm, Beschützer oder Verfolger?

Magnetkarte mit geheimen Botschaften

Xavier ist über die Störung erbost und so verlangt er eine persönliche Entschuldigung, als am nächsten Tag die Mitarbeiterin einer Firma anruft und die Schlüssel fordert. Von der Magnetkarte war nicht die Rede, und so nimmt Valérie diese mit nach Paris und lässt einen ihrer IT-Mitarbeiter einen Blick auf die Daten werfen. Als Chefin des Restaurantführers Guide Gabin verfügt sie über ein paar Mittel und Wege. Die Daten auf der Karte sind kryptisch und stammen eindeutig von einem Meister seines Fachs. Eine Telefonnummer führt Kieffer in die Schweiz.

Ein Toter unter der Selbstmörderbrücke

Doch zuvor wurde in Luxemburg unter der Roten Brücke eine Leiche gefunden – eindeutig der „Betrunkene“ von der Fouer, der allerdings gar kein Alkohol im Blut hatte. Die Polizei, d.h. Kommissarin Lobato, stellt die Identität des Toten fest: Aron Kats, russisches Mathe- und Computergenie im Dienste internationaler Firmen. Der Fall wird als Selbstmord zu den Akten gelegt. Xavier Kieffer glaubt nicht an Selbstmord und da der Tote kurz zuvor an seinem Stand auf der Fouer war, nimmt er den Fall irgendwie persönlich. Erst recht, nachdem jemand Valérie bedroht hat, um die Magnetkarte zu bekommen.

Infos, Spannung und Humor

Also forscht Kieffer nach, fragt Spezialisten und lässt sich viel erklären über die Rohstoffbörsen für Lebensmittel, über Hedgefonds und Hochfrequenzhandel, über Algorithmen, Computer und Serverräume und das Mathe-Genie Aron Kats … Das alles ist so gut erzählt, dass man als Leser den Erklärungen und damit dem Fall hervorragend folgen kann und die Spannung kontinuierlich steigt – ganz nebenbei ist Kieffer auch noch an einer irrwitzigen Kochshow beteiligt, die für ein humorvolles Finale sorgt.

Tom Hillenbrand. Letzte Ernte. Ein kulinarischer Krimi. Köln: Kiepenheuer & Witsch, 2013. (Xavier Kieffer 3)

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