Deutschland, Krimis

Inge Löhnig. Der Sünde Sold – Dühnfort 1 (2008)

In seinem ersten Fall ermittelt Kommissar Konstantin Dühnfort in Mariaseeon, einem idyllischen Örtchen nahe München. Ein entführter Junge taucht wieder auf, aber damit ist der Täter noch nicht fertig …

Agnes Gaudera ist gerade erst in ihr neues Haus in Mariaseeon eingezogen, nach dem Tod von Mann und Tochter versucht sie hier einen Neuanfang. Doch da verschwindet der fünfjährige Jakob, offensichtlich entführt. Der Münchner Kommissar Konstantin Dühnfort übernimmt den Fall und ermittelt mit seinen Kollegen vor Ort. Sie rekonstruieren den Nachmittag, an dem Jakob verschwand, an einem Kletterbaum muss der Entführer dem Jungen aufgelauert haben.

Aufatmen

Nach ein paar Tagen trifft sich der ganze Ort zu einem Bittgottesdienst für Jakob – nur Agnes Gaudera geht weiter ihrem exzessiven Sportprogramm nach. Das führt sie allerdings durch den Wald, wo sie Jakob findet: nackt und gefesselt auf einer Art Scheiterhaufen. Dass sie ihn direkt in die Kirche trägt, sorgt natürlich für einen dramatischen Auftritt. Und für ein großes Aufatmen im Dorf, auch wenn Dühnfort weiterhin nach dem Täter sucht.

Zu früh gefreut

Das Aufatmen kam allerdings zu früh: Eine Frau aus dem Dorf verschwindet. Und die Ermittler kommen nicht voran, bis die Leiche auftaucht. Dass der Täter einer der Ihren aus dem Dorf sein muss, sorgt für Unruhe. Und dass der Täter Agnes heimlich beobachtet, sorgt auch für Spannung.

Krimiklasse

Das Wort „Sünde“ im Titel macht den Leser:innen von vorneherein das Motiv klar, und die Figur der Agnes könnte dem Kitsch Tür und Tor öffnen. Doch bei Inge Löhnig geschieht das nicht. Ihr Plot mag besonders eifrigen Krimileserinnen schon fast bekannt erscheinen, doch wie sie erzählt, wie sie ihre Figuren zeichnet und ihnen Tiefe mitgibt, wie sie die Handlung vorantreibt und die Spannung schürt – das ist einsame Krimiklasse!

Inge Löhnig. Der Sünde Sold. Berlin: Ullstein, 2008. (Kommissar Dühnfort 1)

Mehr zur Autorin und ihren Krimis auf der Autorinnen-Seite Inge Löhnig.

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