Humor, Krimis, Österreich

Joe Fischler. Veilchens Show – Valerie Mauser 5 (2018)

Veilchen, also Oberstleutnant Valerie Mauser, plant eigentlich eine Wanderung mit ihrem Freund Sandro, als ihr Kollege Manfred Stolwerk sie abholt: Bei der TV-Show „Bauerlorette“ wurde am Morgen vor laufender Kamera ein Toter gefunden. Stolwerk entpuppt sich als Fan und sieht seine Chance …

In bester Trash-TV-Manier soll in der Show „Bauerlorette“ die junge Jacqueline Zipplinger an den Mann, besser gesagt: unbedingt an einen Bauern gebracht werden. Dem Gewinner winkt nicht nur die Gunst der Schönen, sondern auch eine Million Euro. Doch als an einem Morgen nach einer Liebesnacht Jackie und der aktuelle Bauer mit einer Eisdusche geweckt werden sollen, springt nur Jackie wie geplant auf. Bauer Johann Innbrüggler ist tot.

Ohne Spuren

Obwohl Stolwerk und Veilchen als Erste vor Ort sind, gibt es keine Spuren, was ihnen natürlich einen Anschiss von ihrem Chef einbringt. Dann allerdings springt der nächste Kandidat, Urban Volderober, mit einem Fallschirm in den Tod – indem er diesen kurz vor der Landung auszieht. Geplant war eigentlich, direkt vor der schönen Jackie zu landen und mit ihr ein romantisches Dinner zu genießen. Fremdeinwirkung ist auch bei diesem Tod nicht nachweisbar, doch dass zwei gesunde junge Männer zufällig sterben, scheint niemandem mehr wahrscheinlich.

The Show must go on

Da Chef Nikolaus Geyer natürlich auch mit dem Intendanten Schmollinger befreundet ist, sollen Veilchen und Stolwerk die restlichen Kandidaten und vielleicht auch die „Bauerlorette“ Jackie vor Ort beschützen. Denn auch nach zwei Todesfällen vor laufender Kamera denkt niemand daran, die Show zu beenden – zu gut sind die Quoten und die Werbeeinnahmen. Und während Veilchen also hinter den Kulissen nach einem Mörder sucht, lernt sie viel mehr über die Hintergründe und Tricks dieser Kuppelshow, als sie je wissen wollte. Nur der Mörder hält sich bedeckt – bis zum Finale.

Witzige Persiflage

Ein netter, frischer Krimi, der vor allem durch seine herrliche Persiflage auf Trash-TV und Kuppelshows punkten kann. Protagonistin Veilchen schwankt zwischen absolut menschlich, auch bei ihren Irrtümern, und Super-woman bei einem Rettungsversuch auf dem Berg – fragt sich dann aber selber schon, warum sie eigentlich immer alles abbekommt. Stilistisch kommen mir als Deutscher österreichische Krimis immer ein wenig ungelenk vor, vermutlich eine Frage des Dialekts bzw. der Lesegewohnheiten. Auf jeden Fall ein sehr unterhaltsamer Krimi für Zwischendurch.

Joe Fischler. Veilchens Show. Innsbruck: Haymon, 2018. (Valerie Mauser 5)

Mehr zum Autor und zur Serie auf der Autorenseite Joe Fischler.

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