Frankreich, Krimis

Julie Dubois. Kalte Blüten – Périgord 2 (2022)

Auf dem Gelände der vier Barthes-Schwestern wird bei Bauarbeiten ein Totenkopf ausgegraben. Kein historischer Fund, aber einer, der das Leben der Schwestern und der Dorfbewohner trotzdem durcheinander wirbelt. Madame la Commissaire Marie Mercier ermittelt.

Die Pariser Kommissarin Marie Mercier hat ihre Auszeit im von ihrer Großmutter geerbten Haus im Périgord beendet und dort die Stelle angenommen, die ihr neuer Freund, Michel Leblanc, gerade freigemacht hat. Die beiden genießen ihre neue Liebe als Wochenendbeziehung, was gar nicht so einfach ist. Beruflich hat sich Marie schon gut eingefunden, mit ihrem Inspecteur versteht sie sich prächtig, nur der Neidhammel Champion schießt quer.

Fall Nummer 1

In ihrem ersten größeren Fall im neuen Job geht es um den Leichenfund im Walnusshain der Familie Barthe. Dort plant Schwiegersohn Olivier gemeinsam mit einem Investor eine große Ölmühle, doch als bei Grabungsarbeiten der Schädel gefunden wird, ruht die Sache erst einmal. Der Verdacht, dass es sich bei dem Toten unter dem Walnussbaum um Antoine, den Sohn der Familie Barthe, handelt, steht schnell im Raum. Auch dass er sorgfältig abgelegt und scheinbar mit Blumen bedeckt wurde, rückt die Familie in den Mittelpunkt der Ermittlungen. Angeblich war Antoine vor zehn Jahren von einem Tag auf den anderen nach Australien abgehauen.

Fall Nummer 2

Während sich dieser erste Fall des Bandes damit beinahe von alleine auflöst, gibt es einen weiteren Todesfall: Der Pariser Investor, der die Ölmühle bauen wollte, wird eines Morgens tot in seinem Bett gefunden. Hinweise auf Fremdeinwirkung gibt es keine, ein Herzinfarkt soll dem noch recht jungen Mann den Garaus gemacht haben. Sein Onkel, Bürgermeister Dubosc, macht Marie die Hölle heiß, dass sie den Mörder finden solle – auch wenn nichts auf einen Mord hinweist. Immerhin ist der zeitliche Zusammenhang mit dem Auftauchen von Antoines Leiche schon merkwürdig. Auch der Präfekt schaltet sich ein und Kollege Champion wittert die Möglichkeit, sich zu profilieren und übergeht alle Anweisungen Maries.

Stimmungsvolle Auszeit

Kriminelle Raffinesse ist nicht das Markenzeichen von Kalte Blüten, eher schon die Menschen in den beschaulichen Dörfern, die ihre Marotten pflegen, sich aber auch noch umeinander kümmern. Und die viel Wert legen auf gutes und regionales Essen! So wird der ehemalige Hof, auf dem Marie im Häuschen ihrer verstorbenen Großmutter neben dem ihrer Großtante lebt, zu einem malerischen Fluchtpunkt. Hier wird gemeinsam gekocht und gegessen, immer mit regionalen Spezialitäten. Und immer mit Faktotum Georges, der sich hingebungsvoll um Hängebauchschwein Augustine kümmert. Hier kommt auch Maries Freundin und ehemalige Kollegin aus Paris zu Besuch und gerät ins Schwärmen …

Die beiden Todesfälle sind eher ein Vorwand, um jede Menge Atmosphäre zu verströmen und uns Leserinnen mitzunehmen auf eine kleine Reise nach Frankreich. Eine nette, stimmungsvolle Auszeit.

Julie Dubois. Kalte Blüten. Ein Périgord-Krimi. Köln: Bastei Lübbe, 2022. (Périgord 2)

Vielen Dank für das Rezensionsexemplar via NetGalleyDE!

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