Frankreich, Krimis

Sophie Bonnet. Provenzalische Intrige – Pierre Durand 3 (2016)

Die Besitzerin der Kosmetikfirma Mer des Fleurs wird ermordet. Und dieses Mal muss Pierre Durand nicht heimlich ermitteln, sondern er wird offiziell ins Team abgestellt. Das hat natürlich auch seine Tücken, denn Team-Arbeit ist nicht unbedingt Durands Stärke. Allerdings ist er wieder einmal mit einem ausgesprochen guten Instinkt bei der Sache, auch wenn das den anderen Team-Mitgliedern nicht in den Kram passt.

Paulette Simonet, Gründerin und Inhaberin der Kosmetikfirma Mer des Fleurs, wird ermordet in einem Kessel ihrer Seifensiederei gefunden. Ihre Mitarbeiter sind voll des Lobes über die Chefin, die immer fair und hilfsbereit gewesen sei und streng auf eine ökologische Produktion geachtet habe. Ihre ökologischen Grundsätze gefielen aber wohl nicht jedem, in der Zusammenarbeit mit einem Supermarkt gab es große Schwierigkeiten. Und auch die beiden konkurrierenden Verbände der Seifenmacher waren auf Simonet nicht gut zu sprechen.

Neue Stelle?

Pierre Durand, Dorfpolizist von Sainte-Valérie, wird in diesem dritten Band der Serie offiziell in das Ermittlungsteam berufen. Hintergrund ist seine Bewerbung als Commissaire nach Cavaillon, für die er gerade ein Vorstellungsgespräch in Avignon durchgestanden hat – vermasselt hat, da ist Durand sicher. Denn wieder einmal konnte er nicht brav die Klappe halten gegenüber einem aufgeblasenen, arroganten Unterpräfekt Delettre. Dieser kleine Vorgeschmack auf die Tücken der Stelle, auf die er sich beworben hat, haben alle seine Zweifel aufleben lassen, ob er es tatsächlich wieder mit der Bürokratie aufnehmen will. Aber die Ermittlungsarbeit fehlt ihm und auch die mit der Stelle einhergehende Gehaltserhöhung käme ihm gelegen, um sein frisch renoviertes Traumhaus zu finanzieren.

Ermittlungen, bürokratisch

Durand freut sich also erst einmal, dass er jetzt ermitteln darf, auch wenn sein Konkurrent um die Stelle ebenfalls im Team und die Chefin Alienor Benoît von seiner Anwesenheit nicht allzu begeistert ist. Auskünfte bekommt er selten, schließlich ist alles Material bereits auf der „Team-Plattform“ hochgeladen …

Allerdings führt Benoîts Desinteresse dazu, dass Durand alleine den Spuren und seiner eigenen Intuition folgen kann – was er allerdings auch dann noch macht, als alle anderen den Fall längst für abgeschlossen halten. Im Sohn der Toten, Mathéo, glauben sie den Mörder ausfindig gemacht zu haben. Nur der Junge ist noch nicht gefunden. Durand glaubt nicht daran, dass Mathéo seine Mutter ermordet hat, auch wenn er nachweislich am Tatort war. Aber als Zeuge der Tat könnte er in Gefahr sein.

Frühling in der Provence

Wie bereits in den ersten beiden Bänden ist die Krimihandlung eingebettet in die malerische Landschaft der Provence im Frühling. Blüten, Farben, Düfte bekommt der Leser mit der Lektüre geliefert, und natürlich auch die passenden kulinarischen Leckereien. Dazu muss Durand in Marseille Bouillabaisse essen und auch seine neue Freundin Charlotte, eine Köchin, sorgt neben ein wenig Herzschmerz für Gaumenfreuden in der Story.

Unterhaltsamer Ausflug in die Provence

Alles in allem ist auch dieser dritte Band um Pierre Durand eine angenehme, unterhaltsame Lektüre. Der Kriminalfall ist ungewöhnlich und die Hintergründe bringen dem Leser eine unbekannte Welt näher, passenderweise eine mit sehr viel Lokalkolorit, das sich auch sonst in fast jeder Zeile findet. Die Ermittlungen leben wie immer von den Eigenarten Durands, was aber sehr sympathisch ist. Dazu noch ein wenig Privatleben der Ermittlerfigur, ein Anfall von Eifersucht, der ihn sehr menschlich macht. Das alles zusammen ergibt ein rundes Paket mit viel guter Unterhaltung und noch mehr Provence.

Provenzalische Intrige von Sophie Bonnet

Sophie Bonnet. Provenzalische Intrige. Ein Fall für Pierre Durand. München: blanvalet, 2016. (Pierre Durand 3)

Vielen Dank für das Rezensionsexemplar!

Mehr zur Autorin und zur Serie auf der Autorenseite Sophie Bonnet.

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