Deutschland, Krimis

Henrik Siebold. Inspektor Takeda und die stille Schuld – 5 (2021)

Bei einem Brand in einer exklusiven Seniorenwohnanlage sterben neun Menschen. Schnell stellt sich heraus, dass es Brandstiftung war. Der Täter hatte sogar extra die Türen verriegelt, die Senioren hatten keine Chance zu entkommen. Kommissarin Claudia Harms und der japanische Austauschkommissar Ken Takeda bekommen es mit einem besonders perfiden Fall zu tun. Da muss die Verarbeitung der kürzlichen privaten Trennung zurückstehen.

Weder Claudia Harms noch Ken Takeda sind mit der Trennung ihrer privaten Beziehung zufrieden, doch das Private muss hinter dem neuen Fall zurückstehen. Senioren, die im Schlaf vom Feuer überrascht wurden – die Fassungslosigkeit weicht schnell dem finsteren Entschluss, diesen Täter dingfest zu machen. Doch das ist gar nicht so einfach: Alle möglicherweise vorhandenen Spuren sind mit dem Brand verschwunden.

Rache von Angehörigen?

Die Stimmung unter dem Team der Wohnanlage ist allerdings gar nicht gut. Da der Täter scheinbar über einen Schlüssel zum Haus verfügte, suchen Harms und Takeda zunächst hier. Es gibt sogar einen anonymen Drohbrief, der sich auf einen Todesfall vor kurzer Zeit zu beziehen scheint. Die Heimleiterin versichert, dass es ein Unglück war, die Angehörigen sehen diverse Pflichtverletzungen der Residenz und waren sehr wütend. Kann es hier um eine simple Rache gehen, bei der die Toten in Kauf genommen wurden?

Pflegeroboter Lisa

Während Harms und Takeda der Spur nachgehen, gibt es einen zweiten Brand, dieses Mal in einem Privathaus. Und hier wird gefunden, was beim ersten Brand von den Flammen vernichtet wurde: der Pflegeroboter Lisa. Harms und Takeda informieren sich beim Konstrukteur über den Roboter und seine Einsatzmöglichkeiten … Geht es also um militante Gegner des Pflegeroboters? Allerdings würden dazu auch alle Pflegerinnen gehören, mit denen die Ermittler sprechen. Bald kommt ihnen noch ein anderer Verdacht: Kann es sein, dass der Pflegeroboter Amok läuft und mordet?

Ein bisschen Science-Fiction im Krimi

Pflegeroboter Lisa ist in diesem Krimi in Hamburg noch im Probeeinsatz, aber ein erstaunliches „Wesen“, dessen künstliche Intelligenz eine umfangreiche Kommunikation und vielfältige Hilfeleistungen für Kranke oder Senioren ermöglicht. Das klingt nach Science-Fiction, laut Nachwort des Autors liegen diese Fähigkeiten einer künstlichen Intelligenz aber gar nicht mehr so weit weg. Die Technik ist bereits fast so weit … Und auch das zweite große Thema des Krimis hat einen höchst realen – und schrecklichen – Hintergrund.

Pflege-Realität

Vielleicht liegt es an dieser Realitätsnähe, dass der Krimi so packend und spannend ist. Die jetzt schon schwierige Situation in der Pflege wird angesprochen, wird es in Zukunft notwendig sein, die Pflege Robotern zu übertragen, weil es einfach nicht genug Pflegekräfte gibt? Oder wird das vor allem eine Möglichkeit sein, in der Pflege noch mehr Geld zu machen, wie es im Krimi für die Residenz angedeutet wird? Ethische Fragen werden angesprochen und regen zum Nachdenken oder auch zum Aufregen an. Und daneben ist die Story auf jeden Fall sehr spannend erzählt und die sympathischen Hauptfiguren sind immer wieder die Lektüre wert.

Ein klasse Krimi, den ich auf jeden Fall gerne weiterempfehlen werde!

Henrik Siebold. Inspektor Takeda und die stille Schuld. Berlin: Aufbau Verlag, 2021. (Inspektor Takeda 5)

Mehr zum Autor und seiner Krimiserie auf der Autorenseite Henrik Siebold.

Vielen Dank für das Rezensionsexemplar via NetGalleyDE!

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